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Nutzerfreundliches Design

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Über die Frage was ein nutzerfreundliches Layout ist, gibt es erhebliche Auseinenadersetzungen. Allgemeine Antworten auf diese Frage lassen sich über einige unmittelbar einleuchtende Grudsätze hinweg kaum geben:

Was sich überhaupt sagen läßt, läßt sich klar sagen (Ludwig Wittegnstein):
Im Internet haben sich für bestimmte Funktionen feste Begriffe etabliert. Wer eine Seite mit neuen Nachrichten den Titel "Der letzte Schrei" gibt hat vielleicht Orginalität bewiesen, wird jedoch etliche seiner User in Verwirrung stürzen. Nachrichten sollten entweder durch den leicht zu verstehnden Begriff "neue Nachrichten" oder durch den im Internet üblichen englischen Begriff "News" beszeichnet werden. Auch wenn Sie, was man sicherlich nachvollziehen kann eine gewissen Abscheu gegen unnötige englische Begriffe in der Deutschen Sprache, gegen Denglisch haben, so sollte man die Begriffe, die bestimmte Funktionen benennen als Fachbegriffe verstehen. Diese Fachbegriffe sind eben meist der Englischen Sprache entlehnt und sollten benutzt werden, wenn sie Klarheit schaffen. Sie beizeichen ein Auto gewöhnlich ja auch nicht als Motorwagen.

Mir wird von alledem so dumm, als ging mir ein Mühlrad im Kopf herum. (Goethe)
In den letzten 10 Jahren haben Nutzer gelernt das was schrille Farben hat und blinkt für gewöhnlich Werbung ist. Es bedarf viel Übung Werbung und Inhalt zu unterscheiden. Grundsätzlich sollten Sie bei Ihren Nutzern davon ausgehen, dass sie diese Technik beherrschen. Sollten Sie auf Ihrer Webseite auf ein besonders wichtiges Angebot hinweisen wollen, so erreichen sie die Aufmerksamkeit Ihrer Nutzer mit zimlicher Sicherheit dann nicht, wenn Sie den Hinweis besonders aufdringlich hervorheben, sei es durch die Farbe durch Grösse oder durch Animationen. Wichtige Informationen gehören in den Textfluss denn nur dort werden sie vom Leser erwartet. Alles andere, bis hin zu Überschriften werden vom User als Werbung aus dem Aufmerksamkeitsfokus sortiert.

Die Menschen sind sehr offen für neue Dinge - solange sie nur genau den alten gleichen (Charles F. Kettering 1876-1958)
Jede Webseite ist eine Gradwanderung zwischen Orginalität, Einmaligkeit, Wiedererkennbarkeit auf der einen und Erwartbarkeit auf der anderen Seite. Genauso wie sich für bestimmte Inhalte und Funktionen feste Begriffe etabliert haben, so gilt dies auch für deren Form. Grosse erfolgreiche Seiten haben im Internet Standarts etabliert. Eine Seite die entwerder in Inhalt oder in Funktion einer dieser Grossen Seiten ähnelt, ist dazu verdammt, sich an deren Erscheinung zu orientieren. Ebay formuliert für alle Shopping-Seiten einen Standart, Google den für Suchseiten, etc. Bevor man sich an die Gestaltung einer neuen Webseite macht, sollte man immer untersuchen, welche dieser Etablierten Seiten zur Orientierung bei Gestaltungsfragen dienen sollte. Dieser Grundsatz ist insbesondere für Gestalter oft unbefriedigend, man sollte ihn aber aus Rücksicht gegenüber Nutzern unbedingt befolgen. Hosen mit drei Hosenbeinen haben sich genausowenig durchgesetzt, wie sich Stühle mit sechs Stuhlbeinen durchgesetzt haben. Dennoch möchte wahrscheinlich niemand behauptet es gäbe für Modedesigner bezüglich der Hosen nichts mehr zu tun und auch teure vierbeinige Stühle, von Architekten oder Designern entworfen, verkaufen sich hervorragend. Die Kunst des Webdesigns ist anders vielleicht als die Malerei, keine gänzlich freie Kunst; die Herausforderung die sich ihr stellt, ist die im vorgegebenen Rahmen grösst Mögliche orginalität Unterzubringen.
Darum verbieten sich Such-buttons die sich links vom Suchfeld befinden genaus wie Überschriften, die sich unterhalb vom Text befinden.

Aber der Mensch ist ein wahrer Narziß; er bespiegelt sich überall gern selbst, er legt sich als Folie der ganzen Welt unter. (Goethe)
Ein ziemlich sicherer Weg die Nutzer seiner Internetseite in die Verwirrung zu schicken ist die, in Fragen des Geschmacks und der Bedienerfreundlichkeit von sich selbst auszugehen. Wir neigen geöhnlich dazu Geschmacksfragen den Primat gegenüber fragen der Bedienbarkeit zu geben. Wes uns gut gefällt halten wir gemeinhin für besser bedienbar. Tatsächlich kennen wir als Architekten die einer Webseite die Absichten, die hinter den Elementen einer Webseite stecken im Gegensatz zum Nutzer sehr gut. Es bedarf grosser Anstrengungen sich gegenüber etwas was man selbst entworfen hat "dumm zu stellen". Nicht zuletzt sollte man nicht davon ausgehen, dass der Besucher eines Web-Angebots einen vollkommen anderen Hintergrund als wir selbst hat, z.B könnte es sein das er ein weitaus geringeres Technisches Verständnis hat. Die Befragung von Freunden und Bekannten, ob sie mit einem Design zurecht kommen kann einem eine Hilfe sein zu beurteilen, was Benutzerfreundlich ist und was nicht. Doch auch hier ist Vorsicht geboten, denn ein Freundes- und Bekanntenkreis stellt nur in seltenen Fällen auch den Querschnitt der Nutzer dar die man erreichen möchte.

Viele Wege führen nach Rom (frei nach Jean de La Fontaine)
Bei der Konzeption von Webseiten achten Entwickler häufig daraus Retundanzen in der Menüführung unter allen umständen zu vermeiden. Sie bemühen sich, jeden Inhalt möglichts nur durch einen, eindeutigen Menüpunkt zugänglich zu machen. Die Vermeidung unnötiger Retundanz ist natürlich immer ein Ziel bei der Konzeption von Software. Möglicherweise ist diese Perspektive aber im Falle der Menüführung zu technisch. Computernutzer sind mit verschiedenen Interfacelogiken vertraut, je nach Nutzergruppe oder Kontext, geben sie aber der einen oder anderen Art, wie Menüs strukturiert sind den Vorzug. Nutzer haben oft keine Lust, keine Zeit oder schlicht weg nicht die Erfahrung die Logik die hinter dem Aufbau eines Menüs steht sich zu erschliessen. Anders als bei einer Software die sie jeden Tag benutzen lohnt sich die Mühe bei einer Webseite, die man möglicherweise nur ein einziges Mal aufsucht auch gar nicht. Darum ist es sinnvoll, Inhalte, die für den Nutzer eine besondere Bedeutung haben über verschiedene Menüspunkte zu erschliessen, die verschiedenen Logiken folgen. Man sollte sich darum vor Retundanz bei der verlinkung von Inhalten nicht scheuen, sollte aber Retundanz im Inhalt dennoch vermeiden. Die Verwirrung eines Nutzers wird sich in Grenzen halten, wenn er bemerkt, das zwei Links zur gleichen Seite führen. Führen zwei Links aber zu zwei unterschiedlichen Seiten, deren Erscheinungsbild sich zwar unterscheidet, bei denen sich aber nach einigen Zeilen der Lektüre herrausstellt das sie gleichen Inhalts sind, wird sich der User mit recht ärgern.

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